Die Digitalisierung eröffnet neue Möglichkeiten für Organisation und Geschäftsmodell: Digitale Technologien ermöglichen es, neue Geschäftsideen umzusetzen, den Nutzen eines Produkts zu erhöhen oder es breiter zu vermarkten.
Der dazu nötige Transformationsprozess stellt allerdings hohe Anforderungen an das Personal. Wer mithalten will, benötigt besondere Kompetenzen.
Es ist eine bekannte Tatsache: Jeder Veränderungsprozess verursacht Verunsicherung und bewusste wie unbewusste Ängste. Die grössten Herausforderungen digitaler Transformationsprozesse sind deshalb meist nicht technischer oder betriebswirtschaftlicher Natur.
Es geht um persönliche Kompetenzen. Entscheidend ist, wie die Mitarbeitenden mit den Veränderungen umgehen und die auftretenden Belastungen meistern.
Welche Kompetenzen an Bedeutung gewinnen
Um als Unternehmen fit für digitale Transformationsprozesse zu sein, braucht es bei den Mitarbeitenden entsprechende Kompetenzen. Auf diese gilt es bei der Rekrutierung wie bei der Weiterentwicklung besonderen Fokus zu legen. Besonders diese persönlichen Kompetenzen gewinnen an Bedeutung:
- End-to-End-Denken
- Umgang mit Komplexität
- Sinn- und Werteorientierung
- Offenheit für Neues
- Permanente Weiterentwicklung
- Neugierde
- Flexibilität und Veränderungsbereitschaft
- Medienkompetenz
- Coaching-Skills
Ideal ist eine langfristige, sanfte Veränderung der Firmenkultur hin zu einer lernenden Organisation. Dabei ist die Vorlaufzeit erfolgsentscheidend: Die kulturelle Veränderung und die Förderung dieser Kompetenzen müssen lange vor einem digitalen Transformationsprozess beginnen.
Wie diese Kompetenzen entwickelt werden können
Was in der Theorie simpel klingt, ist in der Praxis eine echte Herausforderung. Viele Unternehmen scheitern bereits an der Planung oder am Zeitplan, oder entscheidende Massnahmen wie die kulturelle Veränderung enden als Papiertiger.
Wichtig ist, dass die Mitarbeitenden auf einen anstehenden Transformationsprozess vorbereitet und während der Umsetzung konstruktiv begleitet werden. Besonders gefordert sind dabei die Führungspersonen. Gute Führung in Transformationsprozessen legt den Fokus auf folgende Aspekte:
Kommunikation mit Blick auf die Gesamtzusammenhänge
Lassen sich Sinn und Nutzen der einzelnen Massnahmen transparent und verständlich vermitteln, fallen Unterstützung und Umsetzung viel leichter. Auch Massnahmen, die auf den ersten Blick nutzlos wirken, ergeben im Kontext des grossen Ganzen plötzlich Sinn.
Regelmässige Schulungen, fachlich und persönlich
Digitale Transformationsprozesse bringen meist neue Technologien mit sich. Abläufe ändern sich und neues Know-how ist gefragt. Manche Mitarbeitende sorgen sich, den neuen Anforderungen nicht gerecht zu werden, und sträuben sich deshalb gegen die Veränderung.
Frühzeitige Schulungen zu fachlichen Themen und benötigten Persönlichkeitseigenschaften können diese Sorgen zerstreuen.
Individuelle Begleitung
In Veränderungsprozessen ist es wichtig, die betroffenen Menschen zu begleiten. Das gilt auch für digitale Transformationen: Mitarbeitende sollten durch ein Coaching unterstützt werden, das Platz für individuelle Wahrnehmungen, Meinungen und Gefühle bietet.
Eigenverantwortung fördern
Eigenverantwortlich denkende und handelnde Mitarbeitende übernehmen auch Verantwortung für Herausforderungen. Sie suchen bei Stolpersteinen nach Lösungen, statt auf externe Hilfe zu warten oder aufzugeben. In einem Veränderungsprozess ist diese Fähigkeit erfolgsentscheidend und sollte stetig gefördert werden.
Mitarbeitende einbinden
Massnahmen lassen sich leichter umsetzen, wenn man ihren Sinn versteht, und noch besser, wenn man am Entscheid beteiligt ist. Jede Unternehmensführung sollte die Mitarbeitenden deshalb, gerade beim Thema Transformation, bis zu einem gewissen Grad in Entscheidungsprozesse einbinden.
Zeitfenster für die Eigenentwicklung schaffen
Damit persönliche Weiterentwicklung gelingt, brauchen Mitarbeitende Zeit, an ihren Kompetenzen zu arbeiten. Im Arbeitsalltag, der auf Vollauslastung ausgelegt ist, ist diese Zeit schwer zu finden. Führungskräfte sollten deshalb gemeinsam mit ihren Mitarbeitenden individuelle Zeitfenster definieren und einhalten.
Transparenz schaffen
Führungskräfte laufen Gefahr, Informationen bewusst oder unbewusst zu filtern, sei es in der Annahme, manches interessiere nicht, oder zur Festigung des eigenen Status («Wissen ist Macht»). Das Gefühl, nicht alle Informationen zu haben, kann zum Eindruck führen, manipuliert zu werden, und eine Verweigerungshaltung auslösen.
Führungspersonen sollten ihre Mitarbeitenden ernst nehmen und sie das spüren lassen. Dazu gehört, sich persönlich einzubringen, als Vorbild voranzugehen, selbstkritisch zu sein und auch bei Schwächen und Fehlern transparent zu bleiben.
Ängste zulassen und begleiten
In unserer Kultur ist das Bild einer starken Persönlichkeit oft von Furchtlosigkeit geprägt. Wir sind darauf gepolt, Stärke und Sicherheit auszustrahlen. Dabei geht leicht vergessen, dass negative Gefühle trotzdem existieren.
In Veränderungsprozessen sind Sorgen und Ängste allgegenwärtig und völlig normal. Für eine nachhaltige Transformation müssen sie zugelassen und konstruktiv begleitet werden.
Vertrauenskultur schaffen
Gegenseitiges Vertrauen ist die Basis jeder Beziehung. Ein vertrauensvoller Umgang lässt Raum, Fehler zu machen, sie anzusprechen und daraus zu lernen. Gerade Veränderungsprozesse sind anfällig für Fehler, und der Umgang damit trägt wesentlich zum Gelingen bei.
Ein Unternehmen mit einer Kultur von Vertrauen und Toleranz hat bei der digitalen Transformation entsprechend Vorteile.
Weshalb externe Unterstützung wertvoll ist
Digitale Transformationsprozesse sind meist sehr komplex, fachlich wie menschlich. Gerade in KMU lässt sich diese Komplexität kaum durch die Unternehmensleitung allein bewältigen, schon gar nicht zusätzlich zum operativen Alltag.
Viele Transformationsprojekte werden deshalb von externen Partnern begleitet. Oft beschränkt sich diese Begleitung aber auf fachliche Aspekte, während die menschlichen Themen zu kurz kommen. Das ist nicht selten ein Grund, weshalb solche Projekte scheitern.
Unsere Begleitung legt den Fokus auf die menschlichen Herausforderungen in Veränderungsprozessen. Gerne informieren wir Sie kostenlos und unverbindlich über unsere Erfahrungen und Unterstützung, etwa in Personal- und Ausbildungsplanung, individueller Weiterbildung, Führungsgrundsätzen und Führungsausbildung sowie weiteren Themen der Organisations- und Personalentwicklung.
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